Presse
05.05.2011, 08:38 Uhr | Der Patriot v. 5. Mai 2011
Änderung des Einschulungsstichtages
 
Die Lippstädter CDU begrüßt die von der rot-grünen Landesregierung beschlossene Änderung der Stichtagsregelung bei der Einschulung - und damit die Abkehr von der Politik der schwarz-gelben Vorgängerregierung. Die Regierung Rüttgers hatte geplant, den Stichtag Jahr für Jahr bis 2014 um einen Monat bis zum 31. Dezember nach hinten zu verschieben. Damit ist jetzt Schluss. Als Stichtag ist nunmehr der 30. September festgeschrieben. Vollendet ein Kinder bis zu diesem Datum sein sechstes Lebensjahr, kommt es im Sommer desselben Jahres zur Schule.

Die CDU/FDP-Regierung wollte, wie es seinerzeit hieß, „die Zeit, in der Kinder besonders lernfähig sind, effektiv genutzt“ sehen. Allerdings warnten Fachleute vor einer zu frühen Einschulung. Wissenschaftler erklärten, dass vorzeitig eingeschulte Kinder häufiger sitzen bleiben und dass mit sieben Jahren eingeschulte Kinder am Ende der Grundschulzeit erheblich öfter eine Empfehlung fürs Gymnasium erhalten als Kinder, die bei der Einschulung jünger waren

„Bildungsauftrag der Kindergärten gestärkt“

Diese Einwände teilen auch die Lippstädter Christdemokraten, die denn auch die neue Stichtagsregelung gutheißen. Ansonsten nämlich wären, so der schulpolitische Sprecher des CDU-Stadtverbandes, Ansgar Mertens, in einer Pressemitteilung, „künftig bereits fünfjährige Kinder eingeschult

worden“. Die Reform der Reform trage „nicht nur kognitiven Fähigkeiten der Kinder, sondern auch emotionalen und sozialen Entwicklungen Rechnung“, so Mertens. „Der neue Stichtag wird dem einzelnen Kind in hohem Maße gerecht.“

„Wird Elternwillen zu 100 Prozent gerecht“

Auch werde dadurch „der Bildungsauftrag der Kindergärten deutlich gestärkt und wir können unseren Kindern mehr Zeit für eine optimale Entwicklung geben“, so Mertens. In diesem Zusammenhang regt der CDU-Schulexperte an, darüber nachzudenken, ob „das letzte Kindergartenjahr über das bisherige Maß hinaus als eine Art Begegnungsjahr zwischen Kita und Grundschule gestaltet wird“. Hier sieht der CDU-Politiker „großes Potenzial in der örtlichen Kita-Landschaft“. In Kooperation mit der Grundschule könnten hier Angebote gemacht werden, die einen „reibungslosen Start in die Schulzeit erleichtern“, so Ansgar Mertens in der Pressemitteilung. Die CDU werde hierzu Gespräche mit der Verwaltungführen.

Unabhängig von der neuen Stichtagsregelung können nach Angaben von Mertens auch weiterhin Eltern ihre Kinder, die nach dem 30. September das sechste Lebensjahr vollenden, eine vorzeitige Einschulung ihres Kindes beantragen. Somit werde die Neuregelung „dem Elternwillen zu 100 Prozent gerecht“

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