Presse
03.02.2012, 09:27 Uhr | Der Patriot, 03.02.2012
Breite Allianz gegen Gas-Bohrung
Breite Allianz gegen Gas-Bohrung
LIPPSTADT - Selten herrscht so große Einigkeit zu einem Thema: Sowohl Politik und Verwaltung als auch die Stadtwerke melden rund um die Erdgas-Bohrungen nach der so genannten Fracking-Methode „ernsthafte Bedenken“ an. Auf einen entsprechenden Antrag der BNK Deutschland GmbH auf Erteilung einer Erlaubnis zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen reagiert die Stadt Lippstadt prompt mit einer resoluten Stellungnahme: Eine, die von den Mitgliedern des Stadtentwicklungsausschusses am Donnerstagabend ausnahmlos begrüßt wurde. „Es gibt genügend gute Gründe, dem Antrag nicht zuzustimmen“, sagte Fachbereichsleiter Heinrich Horstmann entschlossen - und verwies in diesem Zusammenhang noch einmal auf die bereits vom Rat beschlossene Resolution gegen das „hydraulic fracturing“. Am Sachverhalt habe sich bis dato nichts geändert, die Umweltverträglichkeit stehe weiter in den Sternen. Allerdings beziehe sich der neuerliche Antrag auf das Erlaubnisfeld „Falke South“. Ein Gebiet, das sich von Werl bis Paderborn und Lippstadt bis Meschede erstreckt. Dass wir so schnell einen Antrag bekommen“, so Horstmann, „damit haben auch wir beim besten Willen nicht gerechnet“. Und dennoch: Jetzt gelte es vor allem, gegen die umstrittene Gasgewinnungsmethode mobil zu machen. Auch und vor allem, so machte es der Fachbereichsleiter deutlich, „um am weiteren Verfahren beteiligt zu bleiben“. Da gehe es um den berühmten Fuß in der Tür. Auch die Politik fand am Donnerstag klare Worte. Grünen-Fraktionschefin Ursula Jasperneite-Bröckelmann befand es für „absolut richtig, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, sich gegen das Fracking zu sperren“. Und auch Jan Walter Hammer (CDU-Fraktion) stimmte ein: „Das Grundwasser ist unser höchstes Gut.“ Sei es „einmal versaut, dann nützt uns das beste Essen nix mehr“, so Hammer wörtlich - und erinnerte an den „Bodenverbesserer“ in Rüthen, der sich später im Grundwasser wiederfand. Und in der Tat: Wie unvorhersehbar die Folgen des Frackings seien, das machte im Fachausschuss auch Stadtwerke- Chef Siegfried Müller deutlich. Das von den Stadtwerken in Auftrag gegebene Gutachten sei eindeutig. Müller bezeichnete das Fracking als „Wundertüte“ und „sehr problematisch“. Um den größtmöglichen Schutz des Trinkwassers sicherzustellen, fordert die Stadt in ihrer Stellungnahme die Einführung einer obligatorischen Umweltverträglichkeitsprüfung für die Aufsuchung und Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten. Und lehnt den BNK-Antrag „nach dem wasserrechtlichen Besorgnisgrundsatz“ ab. - stn
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