Damit ist der Vorstand deutlich weiblicher und jünger geworden: Von zwölf Vorstandsmitgliedern sind nun fünf Frauen. Nach Auffassung der Christdemokraten ist das ein klares Signal für Erneuerung und eine breite Aufstellung der Partei in der Stadt.
In seinem Rechenschaftsbericht blickte Stadtverbandsvorsitzender Markus Patzke auf Bundestags- und Kommunalwahl, Bürgerbegehren und Initiativen zurück und machte deutlich, dass sich die CDU trotz Verlust des Bürgermeisteramtes nicht in einen Schmollwinkel zurückziehen werde. Die CDU Lippstadt, so die Botschaft, werde auch in Zukunft konstruktiv arbeiten und Verantwortung für die Zukunft der Stadt übernehmen und weiter „Vollgas für Lippstadt geben“. „Wir bleiben die Ankerpartei in Lippstadt. Ein Ergebnis von 34 Prozent, mit Zugewinnen in absoluten Zahlen und im Ergebnis der stärksten Ratsfraktion und 15 von 17 Ortsvorstehern kann sich sehen lassen“, so Patzke. „Die Wahl hat auch gezeigt: wo gearbeitet wird oder aktive Ortsunionen vorhandenen sind, können wir Wahlbezirke drehen“, so der Parteichef, der in diesem Zusammenhang Michael Cosack gratulierte, der den Wahlbezirk Lipperbruch gewinnen konnte und dort nun Ortsvorsteher ist. Gleichzeitig kündigte er als Konsequenz aus dem schlechten Kernstadtergebnis Veränderungen in der Parteiarbeit an. So soll die Präsenz in der Innenstadt deutlich verstärkt werden, es wird einen ganzjährigen Haustürwahlkampf geben – zwei Stunden pro Woche will die Partei unterwegs sein – und die Botschaft wird in verschiedenen Bereichen geschärft.
Fraktionsvorsitzender Peter Cosack bekräftigte den Führungsanspruch der Ratsfraktion und berichtet aus den positiven Einigungsverhandlungen mit den anderen Ratsfraktionen. Das man hier gemeinsam zu einem Vorschlag gekommen sei, sei ein guter Start in die angelaufene Wahlperiode, so Cosack. Bei der Fragmentierung der Ratslandschaft mit neun verschiedenen Gruppen, müsse es es jetzt darum gehen, mit den Parteien der Mitte in sachpolitischen Fragen zusammenzuarbeiten.
Dass es nicht bei Worten bleibt, machte der inhaltliche Teil des Parteitags deutlich: Die Delegierten beschlossen zwei Anträge des Vorstandes zu den Themen „Wohnen in Lippstadt“ und „Stadtmuseum/Marktplatz“. Zudem setzte der Stadtparteitag mit einem weiteren Antrag der Ortsunion Hellinghausen-Overhagen ein Zeichen für die Infrastruktur vor Ort: Die CDU fordert die Ratsfraktion auf, sich mit Nachdruck für eine schnelle Umsetzung der Maßnahme für einen Radweg an der Landesstraße 636 einzusetzen. Mit dem umfangreichen Antrag „Stadtmuseum stärken – Marktplatz bewahren – Kultur entfalten“ setzte der Parteitag zudem ein klares kulturpolitisches Signal: Die CDU will das Palais Rose zügig als Herz eines erneuerten Stadtmuseums instandsetzen lassen und die Verwaltung mit einem konkreten Sanierungsfahrplan beauftragen. Zugleich soll das vom Rat bestätigte Bürgerbegehren für einen offenen Marktplatz ohne Neubebauung respektiert werden. Der Platz soll behutsam attraktiver und barrierefrei mit mehr Grün gestaltet werden, ohne seine Funktionen als Standort für Herbstwoche, Wochenmarkt und Parken einzuschränken. Einer der Schwerpunkte der weiteren Arbeit soll insbesondere auch die Wohnraumfrage in Lippstadt sein.
Ein emotionaler Moment war die Verabschiedung von Bürgermeister Arne Moritz. Er wurde für seinen Einsatz in den vergangenen Jahren, aber auch für seinen engagierten Wahlkampf, mit lang anhaltendem Applaus und großem Dank der Versammlung verabschiedet.







